Korneale Korrektur der Presbyopie | CONCEPT Ophthalmologie Band: NaN

: Hintergrund: Die hauptsächlich durch Elastizitätsverlust der natürlichen Augenlinse bedingt nachlassende Akkommodationsfähigkeit wird als Presbyopie bezeichnet, sobald das fernkorrigierte Auge nicht mehr auf die Nahdistanz fokussieren kann. Die Presbyopie kann bisher nicht kausal therapiert werden. Symptomerleichterung verschaffen neben (Gleitsicht-)Brillen und (multifokalen) Kontaktlinsen auch chirurgische Behandlungen an der Hornhaut und intraokulare Implantate. Methoden: Literaturübersicht und eigene Erfahrungen. Ergebnisse: An der Hornhaut kann die Presbyopie mittels verschiedener Implantate oder mittels Excimer-Laser behandelt werden. Implantate können zu bekannten frühen postoperativen Komplikationen führen wie Dezentrierung, Trübungsbildung und störende visuelle Phänomene. Bei der Behandlung mit dem Laser werden vier verschiedene Prinzipien eingesetzt: 1. Monovision, 2. gezielte myope Zielrefraktion auch des fernkorrigierten Auges, 3. Erhöhung der Tiefenschärfe durch gezielte Induktion von sphärischen Aberrationen oder asphärizitätsgesteuert, 4. multifokale Ablationen. Schlussfolgerungen: Die Presbyopiebehandlung ist auch an der Hornhaut nur eine Kompromisslösung. Durch eine geschickte Dosierung verschiedener physikalischer Prinzipien lassen sich deren Vorteile kombinieren, während die Nebenwirkungen für stark motivierte Patienten tolerabel gehalten werden können. Dennoch ist längst nicht jeder Patient gewillt die Nachteile einer chirurgischen Korrektur zu akzeptieren. Die Nachbehandlungsrate nach einer Presbyopie-LASIK ist mit allen verfügbaren Laser-Plattformen deutlich höher, als bei einer rein monofokalen Fernkorrektur mit demselben Laser. Auch dies sollte der Arzt berücksichtigen, wenn er nach der besten Methode für den individuellen Patienten sucht. Erschwerend für die Aufklärung des Patienten ist, dass präoperativ die Simulation des postoperativen Seheindruckes nur eingeschränkt möglich ist.

Autoren: Suphi Taneri
Weitere Informationen: Refraktive Chirurgie + Laser, Mediengrupppe Oberfranken - Fachverlage GmbH & Co. KG,
ISSN: 2629-4745
Institut: