Immun- und Strahlentherapie beim malignen Aderhautmelanom – Teil 1 | CONCEPT Ophthalmologie Band: NaN

: Das Aderhautmelanom ist das häufigste okuläre Primärmalignom des Erwachsenenalters und zeichnet sich durch hohe Raten hepatischer Metastasierung und die dadurch beschränkte Überlebensprognose betroffener Patienten aus. Die Therapie umfasst primär chirurgische und strahlentherapeutische Ansätze. Die Enukleation ist mit einer maximalen funktionellen Einschränkung und einem Verlust an Lebensqualität für den Patienten verbunden und bringt statistisch keinen Überlebensvorteil im Vergleich zur Brachytherapie bei kleinen bis mittelgroßen Tumoren. Weltweit anerkannt ist zudem die Bestrahlung mit Protonen, die auch für große Aderhautmelanome geeignet ist und sich durch exzellente lokale Tumorkontrolle auszeichnet. Zu den neuen teletherapeutischen Verfahren zählt darüber hinaus die Bestrahlung mittels stereotaktischer Radiochirurgie, z.B. mit dem CyberKnife. Erste Ergebnisse zeigen eine mit Brachy- und Protonentherapie vergleichbare Effektivität, Langzeitergebnisse stehen allerdings noch aus. Weitgehend unabhängig von der Wahl der Primärtherapie besteht das größte Problem beim Aderhautmelanom in der Metastasierung und der damit einhergehenden hohen Mortalität. Effektive systemische Therapien existieren bis dato nicht. Immunvakzinationstherapien wurden bereits bei anderen Tumorentitäten erfolgreich eingesetzt und konnten dort die Prognose quoad vitam verbessern. Eine klinische Phase-III-Studie zur Vakzinationstherapie beim Aderhautmelanom ist derzeit unterwegs. Sollte diese erfolgreich sein, könnte damit erstmals eine wirksame systemische Therapie als realistische Option für Patienten mit metastasiertem oder Hochrisikomelanom angeboten werden.

Autoren: Joel M. Mor, Konrad R. Koch, Ludwig M. Heindl
Weitere Informationen: , Mediengrupppe Oberfranken - Fachverlage GmbH & Co. KG,
ISSN: 2629-4745
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