IOL-Eintrübungen: Ursachen und Therapiemöglichkeiten | CONCEPT Ophthalmologie Band: NaN

: Die Problematik der IOL-Eintrübung wird seit mehreren Jahren beobachtet. Hiervon betroffen sind die modernen faltbaren Acryllinsen sowie die harten Linsen aus PMMA. Es werden verschiedene Arten der Eintrübungen beschrieben. Neben dem Glistening, welches überwiegend bei hydrophoben Acryllinsen auftritt, zeigen sich zunehmend Kalzifizierungen der hydrophilen Acryllinsen. Die Kalzifizierung lässt sich unterteilen in eine primäre und sekundäre Form. Ursächlich für die primäre Kalzifizierung sind Herstellungs-/Material-/Verpackungsprobleme. Bezüglich der sekundären Form, welche durch äußere Einflussfaktoren bedingt ist, werden verschiedene Ursachen diskutiert, die zu einem Zusammenbruch der Blut-Kammerwasser Schranke führen. Insbesondere nach weiteren chirurgischen Eingriffen wie intrakameraler Luft/Gas/rtPA- Eingabe bei z. B. DMEK/DSAEK, wurden gehäuft Eintrübungen der hydrophilen Kunstlinsen beobachtet, aber auch nach Pars-plana-Vitrektomien mit Gas-/Öltamponaden. Der genaue Pathomechanismus ist hierbei bislang noch nicht geklärt. Therapeutisch stellt der IOL-Austausch die einzige Möglichkeit dar, sofern der Patient subjektiv eingeschränkt ist. Eine Nd:YAGKapsulotomie sollte präoperativ nicht erfolgen, um intraoperative Komplikationen zu vermeiden. Zudem kann eine IOL-Trübung nicht mittels einer Nd:YAG-KT beseitigt werden. Die Linsenexplantation und die Fixationsart der Sekundärlinse sind abhängig vom Operationsverlauf und den anatomischen Beschaffenheiten. Es ist zu erwägen, bei Patienten mit Hornhaut-Dystrophie oder erhöhtem Amotio-Risko eine hydrophobe Kunstlinse anstelle einer hydrophilen IOL zu implantieren.

Autoren: Alice Carolin Klein, Markus Kohlhaas
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ISSN: 2629-4745
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