Patientenverständnis als Schlüssel zur erfolgreichen Glaukom-Behandlung | CONCEPT Ophthalmologie Band: NaN

: Eine inkonsequente Tropfentherapie kann eine ungewollte Therapieeskalation nach sich ziehen – oder im schlimmsten Falle eine Glaukomprogression. Voraussetzung für eine konsequente und erfolgreiche Glaukomtherapie sind aber das Verstehen der eigenen Glaukomerkrankung und das Verständnis des Konzeptes des individuellen Zieldruckes. Schlagwort in der Glaukomtherapie ist die Adhärenz, per definitionem das Ausmaß, in dem das Verhalten einer Person, wie die Medikamenten Einnahme, eine Diät und/oder eine Lebensstiländerung, mit den vereinbarten Empfehlungen des Therapeuten übereinstimmt. Adhärenz ist immer komplexer als einfache Compliance. Glaukompatienten brauchen ein umfassendes Monitoring und eine sorgfältige Behandlungsplanung in einem Therapiegespräch. Dabei kann es für Patient und Behandler sinnvoll sein, bebilderte Broschüren, Skizzen und Hilfsmittel zur Hand zu nehmen. Dank neuester Bildgebungsverfahren wie OCT oder moderner Computer-Gesichtsfelduntersuchungen können Optikusbefunde und Gesichtsfeldzustand sehr anschaulich erläutert werden. Als besondere Herausforderung muss berücksichtigt werden, dass die Glaukomdiagnose als besonders niederschmetternd empfunden werden kann. Die landläufige Bezeichnung „Grüner Star“ sorgt durch Verwechslung mit „grauem Star“ für Verwirrung und Besorgtheit. So sollte nicht die „Androhung“ einer möglichen Erblindung im Vordergrund der Kommunikation stehen, sondern die gemeinsame Herangehensweise von Patient und Behandler an das positive Ziel: die Erkrankung in den Griff zu bekommen.

Autoren: Christian Karl Brinkmann
Weitere Informationen: Glaukom, Mediengrupppe Oberfranken - Fachverlage GmbH & Co. KG,
ISSN: 2629-4745
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