Das künstliche Gelenk bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen | chirurgische praxis Band: 85

Zusammenfassung : Die rheumatoide Arthritis ist der häufigste Vertreter der entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Schätzungsweise 450.000–550.000 Menschen leiden allein in Deutschland unter einer rheumatoiden Arthritis. Für eine erfolgreiche Therapie ist eine frühzeitige Diagnosestellung von entscheidender Bedeutung. Aufgrund der Vielzahl verschiedener Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis mit teils erheblicher Varianz und Diversität der Symptome ist die Diagnose indes schwierig und wird meist erst nach einem langen Leidensweg der Betroffenen gestellt. Die Therapie der rheumatoiden Arthritis erfolgt primär medikamentös. Kortisonpräparate werden mit Basistherapeutika (DMARD [disease-modifying anti-rheumatic drug]) und/oder Biologika kombiniert. Bei fortgeschrittener Gelenkzerstörung mit erheblichen Beschwerden – trotz gut eingestellter medikamentöser Therapie – ist ein künstlicher Gelenkersatz indiziert. Die Rheumachirurgie ist nur in enger Zusammenarbeit zwischen orthopädischen und internistischen Rheumatologen erfolgreich. Neben der Auswahl der geeigneten Endoprothese anhand klinischer und radiologischer Befunde muss bei jeder Implantation auch die totale Synovialektomie erfolgen. Basistherapeutika und Biologika sollten 2 Gaben vor der Operation pausiert und erst nach sicherer Wundheilung wieder verabreicht werden. Zudem ist das individuelle Risikoprofil zu überprüfen, da Wundinfektionen und Wundheilungsstörungen unter Immunsuppression gehäuft auftreten.

Autoren: M. Winkelmann, R. Gaulke
Weitere Informationen: Unfall-, Hand- und plastische Chirurgie, Orthopädie, Mediengrupppe Oberfranken - Fachverlage GmbH & Co. KG, Endoprothetik, Gelenkersatz, Rheuma, Rheumatoide Arthritis
ISSN: 0009-4846
Institut: Sektion Obere Extremität, Fuß- und Rheumachirurgie, Klinik für Unfallchirurgie, Medizinische Hochschule Hannover