Bursitis iliopectinea | chirurgische praxis Band: 85

Zusammenfassung : Fragestellung: In der vorliegenden Arbeit werden die klinischen Symptome beim Vorliegen einer iliopectinealen Bursa beschrieben; gleichzeitig wird die Therapiemöglichkeit mithilfe der Hüftarthroskopie dargestellt. Material und Methodik: Zwischen 1999 und 2017 wurden 25 Patienten mit einer symptomatischen iliopectinealen Bursa behandelt. Es handelte sich hier um 16 Frauen und 9 Männer mit einem Durchschnittsalter von 57 Jahren. Die Ursache für die symptomatische iliopectineale Bursa war in 18 Fällen eine Coxarthrose im Kellgren-Lawrence-Stadium 1–3, einmal eine Femurkopfnekrose und bei 6 Patienten eine rheumatoide Arthritis. Die Therapie wurde in allen Fällen arthroskopisch durchgeführt. Ergebnisse: Bei allen Patienten konnte der Ventilmechanismus der iliopectinealen Bursa arthroskopisch geöffnet und eine Entleerung der Bursa herbeigeführt werden. Der Eingriff erfolgte bei den Patienten kurz stationär mit einer mittleren Krankenhausaufenthaltsdauer von 3,8 Tagen. Es ergaben sich keine neurovaskulären Komplikationen oder anderweitigen unerwünschten Ereignisse. Zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung zeigte sich bei keinem Patienten ein Rezidiv. Die präoperativ bei den Patienten vorhandenen Beschwerden aufgrund der Bursa waren verschwunden. Bei 10 Patienten wurde zwischenzeitlich wegen einer zunehmenden Arthroseproblematik eine Hüft-TEP implantiert. Fazit und klinische Relevanz: Die Bursa iliopectinea ist eine seltene Differenzialdiagnose bei Leistenschmerzen. Eine arthroskopische Therapie ist reproduzierbar durchführbar.

Autoren: J. Jerosch, S. M. Sokkar
Weitere Informationen: Unfall-, Hand- und plastische Chirurgie, Orthopädie, Mediengrupppe Oberfranken - Fachverlage GmbH & Co. KG, Bursitis iliopectinea, Hüfte, arthroskopische Therapie
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin, Johanna-Etienne-Krankenhaus, Neuss