Duodenale und ampulläre neuroendokrine Neoplasien | chirurgische praxis Band: 85

Zusammenfassung : Duodenale neuroendokrine Tumoren gehören zu den seltenen Tumorentitäten des gastroenteropankreatischen Systems. Ihre Diagnosestellung hat in den letzten Jahren aufgrund der zunehmenden Anwendung von Endoskopien deutlich zugenommen. Aufgrund sehr kleiner Fallzahlen ist die Datenlage, auf der die Empfehlungen der deutschen und europäischen Leitlinien zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge beruhen, dünn. Die Therapie dieser seltenen Erkrankung sollte spezialisierten Zentren vorbehalten sein. Bei resektablem Befund ohne Hinweis auf diffuse Filialisierung ist in jedem Fall die kurativ intendierte vollständige Entfernung anzustreben. Alternativ zur chirurgischen Resektion wird bei kleinen nicht-periampullären Tumoren die endoskopische Abtragung diskutiert. Konkrete Empfehlungen zur Entscheidung zwischen endoskopischer und chirurgischer Therapie bei kleineren Tumoren sowie zum chirurgischen Ausmaß und dem Stellenwert der systematischen Lymphadenektomie fehlen bei unzureichender Datenlage bis dato. Medikamentöse Optionen wie Chemotherapeutika, Somatostatin-Analoga und Peptid-Rezeptor-Radionuklid-Therapie (PRRT) spielen in der metastasierten oder inoperablen Situation eine Rolle.

Autoren: A. Nießen, S. Schimmack, O. Strobel
Weitere Informationen: Viszeralchirurgie, Mediengrupppe Oberfranken - Fachverlage GmbH & Co. KG, Diagnostik, Duodenale Neoplasien, Prognose und Nachsorge, Therapie, Vorkommen
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Heidelberg