Macht der Medien. Was muss man im Umgang mit den Medien beachten? | chirurgische praxis Band: 85

Zusammenfassung: Der Artikel behandelt aktuelle Entwicklungen in der Medienlandschaft und gibt einen Überblick über die Rolle des Journalismus, die Bedeutung der neuen Medien, die Selektion und Unterdrückung von Nachrichten sowie Effekte des »Turbo-Journalismus«. Im deutschen Grundgesetz ist angelegt, dass der Journalismus eine Wächterfunktion hat. Journalisten sollen durch ihre Berichterstattung eine informierte Debatte in der Öffentlichkeit ermöglichen. Die Ausübung dieser Funktion wird durch verschiedene Einflüsse erschwert. So ist eine »kommunikative Vermachtung« zu beobachten. Der Medienmarkt ist in Deutschland oligopolistisch zwischen wenigen Verlegerfamilien aufgeteilt. Durch von den Verlegern aufgestellte Redaktionsstatute wird zusätzlich die Arbeit von Journalisten limitiert. Beschränkungen der Freiheit in der Berichtserstattung sind außerdem durch massive Einsparungen und Strukturveränderungen in der Medienlandschaft gegeben, die weniger Geld, weniger Mitarbeiter und weniger Zeit für Recherchen bedeuten. Der Einfluss von Presse- und PR-Agenturen wächst, auch die Gefahr der Verbreitung von sogenannten »Fake News«. Aufgrund der digitalen Entwicklungen sind die klassischen Medien wirtschaftlich stark unter Druck geraten. Es findet deshalb ein heftiger Kampf um die Aufmerksamkeit des Publikums statt, in Form von »Breaking News«, Boulevardisierung, Simplifizierung, Anekdotisierung und Personalisierung der Ereignisse. Der Artikel belegt dies anhand von aktuellen Beispielen. Er schließt mit der Empfehlung, Medienkompetenz zu entwickeln und die Meinungs- und Pressefreiheit nicht auf dem Altar der Ökonomisierung zu opfern.

Autoren: D. Korczak
Weitere Informationen: Geriatrie, Allgemeines, Mediengrupppe Oberfranken - Fachverlage GmbH & Co. KG, Manipulation, Medien, Meinungsbildung, Presse
ISSN: 0009-4846
Institut: GP Forschungsgruppe, Institut für Grundlagen- und Programmforschung, Bernau bei Berlin