Der periprothetische Infekt des Hüftgelenks | chirurgische praxis Band: 85

Zusammenfassung: Periprothetische Infektionen sind eine ernste Komplikation von Hüft-Totalendoprothesen. Bei Frühinfekten (innerhalb von vier Wochen nach der Implantation) hat man durch die Spülung mit antiseptischen Lösungen des Gelenkes, das offene Debridement und den Austausch der mobilen Komponenten eine Chance, das Implantat zu erhalten. Bei Spätinfektionen muss alles Fremdmaterial entfernt werden. Beim sog. einzeitigen Wechsel wird sofort wieder eine neue Prothese mit spezifisch im Zement zugemischten Antibiotika implantiert. Beim zweizeitigen Wechsel kann der Totraum mit antibiotikahaltigen Spacern gefüllt werden. Hiermit ist der Patient in der Lage zu gehen und die Reimplantation der neuen Endoprothese ist im zweiten Schritt technisch einfacher. Der Spacer spielt eine wichtige Rolle in der lokalen antibiotischen Therapie durch Antibiotikafreigabe im infizierten Prothesenbett. Er birgt aber den Nachteil, dass während der Spacerphase Abriebpartikel entstehen, die im zweiten Schritt bei dem Prothesenwiedereinbau radikal entfernt werden müssen.

Autoren: B. Fink
Weitere Informationen: Unfall-, Hand- und plastische Chirurgie, Orthopädie, Mediengrupppe Oberfranken - Fachverlage GmbH & Co. KG, Endoprothese, Hüfte, Periprothetischer Infekt, Spacer
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Endoprothetik, Allgemeine und Rheumaorthopädie, Orthopädische Klinik Markgröningen