Evidenzbasierte Physiotherapie bei Gonarthrose | chirurgische praxis Band: 85

Zusammenfassung: Die Gonarthrose ist eine degenerative Erkrankung des Kniegelenks. Sie ist weltweit die häufigste Gelenkerkrankung. Fortschreitender, irreversibler Verlust an hyalinem Gelenkknorpel mit Umbau des subchondralen Knochens sind Kennzeichen der Erkrankung. Symptome sind je nach Stadium: Morgensteifigkeit, belastungsabhängige Schmerzen bis hin zum Ruheschmerz mit Bewegungseinschränkung und Ergussbildung. Durch zunehmende Bewegungseinschränkungen kommt es zu einem Verlust an Lebensqualität. Um operative Eingriffe hinauszuzögern oder zu vermeiden, können die Symptome durch eine Reihe konservativer Maßnahmen behandelt werden. Maßnahmen der Physiotherapie, insbesondere bewegungstherapeutische Interventionen, gehören bei der nichtmedikamentösen konservativen Therapie der Arthrose zum Standardprogramm. Es gibt eine starke Evidenz für Bewegungstherapie bzw. -interventionen in Bezug auf die Reduzierung von Schmerz und die Verbesserung der Funktion und der Lebensqualität. Die Evidenzlage für Maßnahmen der physikalischen Therapie ist sehr umfangreich, dies besonders im Bereich der Elektrotherapie. Im November 2017 erfolgte eine elektronische Datenbankrecherche bei PubMed, Cochrane und PEDro. Das Ziel der Recherche war es, die aktuelle Evidenz seit 2015 in Bezug auf physiotherapeutische Anwendungen bei Patienten mit Gonarthrose zu überprüfen. Insgesamt wurden 30 systematische Übersichtsarbeiten eingeschlossen. Bei den verwendeten Outcomes handelte es sich überwiegend um Assessmentinstrumente zur Erhebung von Schmerz, in der Regel über visuelle Analogskalen (VAS) und Funktion (Western Ontario and McMaster Universities Osteoarthritis Index [WOMAC], Lequesne’s Index, Range of motion [ROM], Step-Test, Timed-Up-and-Go-Test [TUG] etc.).

Autoren: R. Tholen, E. Böhle
Weitere Informationen: Unfall-, Hand- und plastische Chirurgie, Orthopädie, Mediengrupppe Oberfranken - Fachverlage GmbH & Co. KG, Gonarthrose, Kennzeichen der Erkrankung, Lebensqualität, Maßnahmen der Physiotherapie
ISSN: 0009-4846
Institut: Bremen; Köln