Onkologische Pankreasresektion | chirurgische praxis Band: 85

Zusammenfassung: Das Pankreaskarzinom ist trotz neuer onkologischer Therapieverfahren und radikaler OP-Techniken weiterhin mit einer sehr schlechten Prognose verbunden. Der einzig kurative Therapieansatz bleibt die chirurgische Resektion. Hier hat es in den letzten Jahren einige Fortschritte und Innovationen im Bereich der chirurgischen Therapie gegeben, welche in dieser Arbeit zusammengefasst werden. Patienten werden heute nach dem Primärstaging nach einer neuen internationalen Konsensusdefinition in primär resektable, borderline resektable, lokal fortgeschrittene (primär nicht resektable) und metastasierte Befunde eingeteilt. Die Tumorinfiltrationen von Gefäßen stellen heute kein absolutes Ausschlusskriterium für eine Resektion mehr dar. Insbesondere bei einer Tumorinfiltration von benachbarten Venen kann eine chirurgische Resektion in aller Regel sicher erfolgen. Bei den borderline resektablen Pankreaskarzinomen, bei denen primär keine sichere R0-Resektion erreicht werden kann, und bei lokal fortgeschrittenen Tumoren kommen heute zunehmend neue multimodale neoadjuvante Therapiekonzepte mit dem Ziel zum Einsatz, eine sekundäre Resektabilität zu erreichen. Onkologische Pankreasresektionen werden heute zunehmend häufig auch minimal-invasiv laparoskopisch oder roboterassistiert durchgeführt, ein onkologischer Benefit konnte durch diese neuen OP-Verfahren bisher jedoch nicht belegt werden. Nach chirurgischer R0-Resektion und moderner adjuvanter Therapie kann heute bei annähernd 50% der Patienten ein 5-Jahres-Überleben erreicht werden.

Autoren: J. G. D’Haese, B. W. Renz, J. Werner
Weitere Informationen: Viszeralchirurgie, Mediengrupppe Oberfranken - Fachverlage GmbH & Co. KG, Pankreaskopfresektion, Pankreaslinksresektion, totale Pankreatektomie, Whipple-OP
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Klinikum der Universität München