Ein oder zwei stationäre Aufenthalte bei dorsoventraler Spondylodese bei instabiler Fraktur - was ist günstiger? | chirurgische praxis Band: 85

Zusammenfassung: Moderne Fixateure ermöglichen auch die perkutane Instrumentation instabiler Wirbelfrakturen. Bei defekter Bandscheibe muss bei jungen Patienten zusätzlich in einem zweiten Eingriff eine ventrale Abstützung mit Knochenspan und ventraler Platte ergänzt werden. Die zweite Operation lässt sich entweder während des gleichen stationären Aufenthaltes oder zeitversetzt in einem zweiten stationären Aufenthalt durchführen. Beide Eingriffe während eines Aufenthaltes durchzuführen, bedeutet eine größere Belastung für den Patienten aber eine kürzere Krankheitsphase. Den ventralen Eingriff zeitversetzt nach 4 Wochen durchzuführen, bedeutet etwas höhere Sicherheit, da die Hinterkante zu diesem Zeitpunkt fest verheilt ist und dorsale Kantenfragmente nicht in den Spinalkanal gepresst werden können. Macht es finanziell einen Unterschied die Operationen während eines oder zwei stationärer Aufenthalte durchzuführen? Wir haben vom 01.01.2012–01.05.2018 328 Patienten mit instabiler Wirbelfraktur perkutan dorsal mit Fixateuren versorgt. Das Durchschnittsalter betrug 69 Jahre. Die mittlere Verweildauer lag bei 13 Tagen. 67 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 49 Jahren wurden ventral in einem zweiten stationären Aufenthalt mit Knochenspan und winkelstabiler Platte versorgt. Die mittlere Verweildauer betrug 12 Tage. Für eine Komplettversorgung während eines Aufenthaltes wurden je nach Höhe entweder die DRG I09E (CM 4,214) oder I09F (CM 3,178) erlöst. Bei einem Basisfallwert von 3.453,17 Euro bedeutete das einen Erlös von entweder 14.552,00 Euro oder 10.974,00 Euro. Lag zwischen dem ersten und zweiten Eingriff eine Zeitspanne von 4 Wochen, konnten 2 Aufenthalte abgerechnet werden. Für den ersten Aufenthalt die DRG I09F und für den zweiten Aufenthalt die I09E. Je nach Schweregrad konnten für das zweigeteilte Verfahren zwischen 21.948,00 Euro bis 25.526,00 Euro in toto erlöst werden. Demnach ergab sich ein Mehrerlös von 10.974,00 Euro für das Krankenhaus. Instabile Wirbelfrakturen werden ja nach Ausmaß primär dorsal und sekundär ventral stabilisiert. Führt man beide Eingriffe während eines stationären Aufenthaltes durch, werden über 10.000,00 Euro weniger erlöst als bei einer zeitversetzten, ventralen Spondylodese.

Autoren: A. Prokop, K. Papke, M. Chmielnicki
Weitere Informationen: Unfall-, Hand- und plastische Chirurgie, Orthopädie, Mediengrupppe Oberfranken - Fachverlage GmbH & Co. KG, Dorsoventrale Spondylodese, instabile Fraktur, Kostenanalyse, Wirbelfraktur
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Unfallchirurgie, Klinikum Sindelfingen-Böblingen; Medizincontrolling, Klinikverbund Südwest, Sindelfingen