Chronisch intestinale Pseudoobstruktion als Beispiel einer schweren Motilitätsstörung | chirurgische praxis Band: 85

Zusammenfassung: Eine CIPO (chronische intestinale Pseudoobstruktion) ist die schwerste Motilitätsstörung des Gastrointestinaltraktes. Beginnend mit Erbrechen, ausladendem Abdomen, Obstipation oder Durchfall präsentiert sich oft das Bild eines Ileus, allerdings ohne Vorliegen einer mechanischen Obstruktion. Bei pädiatrischen Patienten liegt meist eine primäre CIPO vor. Zugrunde liegen angeborene Störungen des enterischen Nervensystems, der Muskulatur oder des Mesenchyms. In der Diagnostik spielt neben Bildgebung und Manometrie die Histopathologie der Ganzwandbiopsie eine große Rolle. Therapeutische Ziele sind vor allem Symptomkontrolle und normales Gedeihen. Prokinetika können Symptome lindern, Antibiotika können die häufige Komplikation einer Sepsis behandeln. Eine parenterale Ernährung ist zum Gedeihen oft erforderlich. Eine Transplantation von fäkalem Mikrobiom kann evtl. das Mikrobiom und den Verlauf günstig beeinflussen. Eine viszerale Transplantation steht als einzige kurative Therapie zur Verfügung.

Autoren: A. Joachim, I. Broekaert, C. Hünseler
Weitere Informationen: Kinder- und Neugeborenenchirurgie, Mediengrupppe Oberfranken - Fachverlage GmbH & Co. KG, CIPO, FMT, Mikrobiom, Motilitätsstörung, Pseudoobstruktion
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Köln