Kondylus radialis- und ulnaris-Frakturen im Kindes- und Jugendalter | chirurgische praxis Band: 83

Zusammenfassung: Kondyläre und damit gelenkbeteiligende Frakturen machen 20–25 % der Frakturen des distalen Humerus im Kindes- und Jugendalter aus. Die Altersgipfel für die verschiedenen Frakturformen unterscheiden sich erheblich. Wachstumsassoziierte Korrekturprozesse für in Fehlstellung verheilte Frakturen gibt es nicht. Prototyp ist die Kondylus humeri radialis-Fraktur des Kleinkindes. Dislozierte Frakturen bedürfen der anatomischen Reposition und stabilen Kompressionsschraubenosteosynthese. Ein Problem stellen primär undislozierte, vollständige und damit instabile Frakturen dar, die zur sekundären Dislokation neigen. Diese muss frühzeitig durch eine konsequente Kontrollröntgenaufnahme diagnostiziert werden. Frakturen des Kondylus humeri ulnaris und bikondyläre Frakturen sind Verletzungen des Jugendlichen. Auch hier stehen eine anatomie-gerechte Reposition und übungsstabile Osteosynthese im Vordergrund. Für alle Frakturen gilt das Ziel einer primär anatomischen Ausheilung, da nur so die volle Funktion des Ellenbogengelenkes erreicht werden kann. Sekundäre Korrekturosteotomien führen nicht sicher zu einer zufriedenstellenden Funktion.

Autoren: R. Kraus
Weitere Informationen: Unfall-, Hand- und plastische Chirurgie, Orthopädie, Mediengruppe Oberfranken, Kondylus radialis-Fraktur, Kondylus ulnaris- Fraktur, bikondyläre Humerus-Fraktur, Kinder, Jugendliche
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie, Wirbelsäulen- und Kindertraumatologie, Asklepios Klinik Lich