Ösophagusatresie, Zwerchfellhernie - Diagnostik, OP, Spätfolgen aus chirurgischer Sicht | chirurgische praxis Band: 83

Zusammenfassung: Ösophagusatresien und angeborene Zwerchfellhernien sind typische Fehlbildungen des Neugeborenen, die mit einer Häufigkeit von ca. 1:4.000 auftreten und ausschließlich von Kinderchirurgen korrigiert werden. Für beide ist typisch, dass sie oft mit assoziierten Fehlbildungen einhergehen und damit Korrektur der Fehlbildung durch die Kinderchirurgen nur ein Teil eines Gesamtkonzeptes der Therapie und der Betreuung sein kann. Vielmehr müssen regelhaft Neonatologen, Kinderorthopäden, Kindergastroenterologen, Kinderpneumologen, HNO-Ärzte, Physiotherapeuten, Logopäden, Kinderherzchirurgen, Nephrologen, Neuropädiater und Sozialpädiater in die multidisziplinäre Betreuung dieser hochanspruchsvollen Patienten einbezogen werden. Die operativen Korrekturverfahren sind in Bewegung. Neue OP-Methoden bei der Ösophagusatresie sind in den letzten 15 Jahren schrittweise erprobt worden und stehen zur kritischen Betrachtung an. Der Siegeszug der laparoskopischen und thorakoskopischen Verfahren hat bei beiden Fehlbildungen Einzug gehalten und auch hier müssen kritische Überprüfungen der Ergebnisse herausfinden, ob damit eine Verbesserung für die Patienten erreicht worden ist. Spätfolgen finden sich bei beiden Krankheitsbildern häufig. Bei der Ösophagusatresie stehen die Therapie der Stenosen und des gastroösophagealen Refluxes im Vordergrund, bei der angeborenen Zwerchfellhernie ebenfalls der gastroösophageale Reflux und besonders auch das Zwerchfellhernienrezidiv und dessen mögliche Folgen. Die Nachbetreuung bei beiden Patientengruppen dauert in der Regel viele Jahre an und muss im jungen Erwachsenenalter über eine Transition in die Betreuung der Erwachsenenmedizin übergehen. Die Komplexität beider Fehlbildungen und eine sehr langfristige, multidisziplinäre Betreuung sind zu vergegenwärtigen, wenn man sich auf den Weg macht, diese Patientengruppen zu betreuen.

Autoren: S. Loff, U. Mehlig, O. Diez, L. Wessel
Weitere Informationen: Kinder- und Neugeborenenchirurgie, Mediengruppe Oberfranken, Ösophagusatresie, Zwerchfellhernie, Diagnostik, OP, Spätfolgen
ISSN: 0009-4846
Institut: Kinderchirurgie, Olgahospital, Klinikum Stuttgart; Kinderchirurgische Klinik, Universitätsmedizin Mannheim