Sicherheit und Verträglichkeit von Impfungen | chirurgische praxis Band: 83

Zusammenfassung: Impfungen werden gesunden Menschen verabreicht oder solchen mit Risikofaktoren bzw. Grundkrankheiten, die sie für eine bestimmte Infektionskrankheit empfänglich erscheinen lassen. Es sind daher besonders hohe Ansprüche an die Verträglichkeit und Sicherheit von Impfstoffen zu stellen. Bei der Analyse fraglicher Impfkomplikationen oder der Sicherheit von Impfstoffen muss geklärt werden, ob ein unerwünschtes Ereignis kausal durch die Impfung hervorgerufen wurde oder ob es sich nur um ein Auftreten im zeitlichen Zusammenhang handelt. Lokalreaktionen und Fieber gehören zu den typischen Nebenwirkungen nach Impfungen. Daneben sind spezifische Komplikationen wie Impfgranulome, Impfulkus, Discolored-Leg-Syndrom, Fieberkrämpfe, HHE u. a. bekannt. Hiervon abzugrenzen sind Krankheitserscheinungen in unklarem Zusammenhang mit der Impfung. Zu nennen sind TIP, AHA, GBS, Narkolepsie und ASIA – Krankheitsbilder aus dem Formenkreis der Autoimmunkrankheiten. Einer dezidierten Klärung der Symptomatik kommt große Bedeutung zu. Unbewiesene Behauptungen oder widerlegte etwaige Zusammenhänge, wie Autismus nach der MMR-Impfung sind zurückzuweisen. Impfungen rufen unspezifische Impfeffekte hervor, die noch weitgehend ungeklärt sind. Den Nebenwirkungen und Komplikationen von Impfungen sind die Komplikationen nach »Wildinfektionen« gegenüber zu stellen.

Autoren: M. Knuf, D. Kieninger-Baum, P. Habermehl, F. Kowalzik
Weitere Informationen: Arzneimittel-, Therapie-Kritik, Mediengruppe Oberfranken, Impfkomplikationen, Sicherheit, Verträglichkeit, Impfungen, Autoimmunität, neurologische Symptome
ISSN: 0009-4846
Institut: HELIOS Dr. Horst Schmidt Kliniken, Klinik für Kinder und Jugendliche und Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsmedizin Mainz; Gemeinschaftspraxis Drs. Habermehl, Kinder- und Jugendmedizin, Mainz