Ergebnisse der offenen OP-Technik bei Ventral- und Inzisionalhernien | chirurgische praxis Band: 83

Zusammenfassung: Die operative Versorgung von Narbenhernien und primären Hernien (z. B. Nabelhernien) unterscheidet sich. Für die Versorgung von Narbenhernien führt die Verwendung eines Netzes zu einer signifikanten Reduktion von Rezidiven. Eine Nahtversorgung von Narbenhernien ist aufgrund der inakzeptabel hohen Rezidivrate obsolet. Die deutlich bevorzugte Platzierung des Netzes ist die sublay-Position hinter dem Musculus rectus abdominis mit gleichzeitiger Rekonstruktion der Linea alba. Mit dem Einsatz eines Netzes geht allerdings auch eine gewisse Morbidität einher. Die Wahl des Netzes und die Platzierung erscheinen in diesem Zusammenhang entscheidend. Bei ca. 5 % der Patienten muss das Implantat wieder entfernt werden, in der Regel aufgrund von Infektionen. Bei der Versorgung von Nabelhernien ist die Evidenzlage nicht ganz so eindeutig. Die Rezidivrate kann auch hier durch Verwendung eines Netzes reduziert werden. Allerdings erscheint die Nahtversorgung bei Bruchlücken unter 1,5–2 cm sicher. Bei simultanem Vorliegen einer Nabelhernie und einer Rektusdiastase ist die Netzaugmentation der Mittellinie empfohlen. Hierfür wird die minimal-invasive Technik favorisiert.

Autoren: G. Woeste
Weitere Informationen: Viszeralchirurgie, Mediengruppe Oberfranken, Narbenhernie - Nabelhernie - Netz
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Universitätsklinik Frankfurt