Welche Behandlungsoptionen gibt es bei periprothetischen Infektionen an der Hüfte? | chirurgische praxis Band: 83

Zusammenfassung: Bei steigenden Ansprüchen und guter Verfügbarkeit sowie guten Langzeitergebnissen gehört der endoprothetische Ersatz heute zu den häufigsten orthopädischen Eingriffen. Parallel dazu steigt auch die Inzidenz periprothetischer Infektionen (PPI). Bei Anwendung eines standardisierten Therapiekonzepts inklusive optimaler chirurgischer Infektsanierung und gezielter antimikrobieller Therapie können dabei derzeit Heilungsraten von über 90 % erreicht werden. Dazu müssen bei entsprechendem Verdacht akute von chronischen periprothetischen Infektionen differenziert und entsprechend interdisziplinär chirurgisch und infektiologisch leitliniengerecht diagnostiziert und behandelt werden. Essenziell ist dabei der Einsatz einfacher und gut verfügbarer Methoden wie der klinischen Untersuchung, der Gelenkpunktion und des konventionellen Röntgenbilds sowie ein optimales chirurgisches Débridement mit ausreichender mechanischer Reduktion der Erregerzahl, gefolgt von mikrobieller Erregerdiagnostik und gezielter leitliniengerechter antimikrobieller Therapie mit biofilm-aktiven, bakteriziden Substanzen ausschließlich nach Implantation der neuen Hüftprothese. Therapieversagen mit chronischen oder rezidivierenden Verläufen ist daher zumeist auf ein falsches oder inkonsequent durchgeführtes Therapiekonzept zurückzuführen.

Autoren: A. Garbe, N. Renz, A. Trampuz
Weitere Informationen: Unfall-, Hand- und plastische Chirurgie, Orthopädie, Mediengruppe Oberfranken, Periprothetische Infektion, einzeitiger Wechsel, zweizeitiger Wechsel, Gelenkerhalt bei Infektion, antimikrobielle Therapie, Rifampicin
ISSN: 0009-4846
Institut: Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité - Universitätsmedizin Berlin