Therapiekonzepte bei der ventralen Schulterinstabilität | chirurgische praxis Band: 83

Zusammenfassung: Für die erfolgreiche Therapie der ventralen Schulterinstabilität ist eine sorgfältige klinische und radiologische Diagnostik zur Identifikation und Beurteilung des Ausmaßes der beteiligten strukturellen Läsionen essentiell. Zudem muss die Wahl des Therapiekonzeptes individuell, entsprechend patientenspezifischer Instabilitäts-assoziierter Risikofaktoren und Funktionsansprüche abgestimmt werden. Dank des Fortschrittes arthroskopischer Techniken und Entwicklung spezieller Instrumente, ist der Großteil der Stabilisierungsverfahren heute in arthroskopischer Vorgehensweise möglich. Dies ermöglicht den Integritätserhalt der Subscapularissehne mit Vermeidung einer sekundären Muskelverfettung oder -atrophie [69]. Bei ausschließlich weichteiligen Läsionen und intaktem Glenoid, wird die arthroskopische Kapsel-Labrum- Rekonstruktion empfohlen. Bei substanziellen Glenoiddefekten wird nach individueller Abstimmung zur knöchernen Augmentation mittels autologer Beckenkammspanplastik oder Korakoidtransfer geraten.

Autoren: E. Böhm, M. Minkus, P. Moroder, M. Scheibel
Weitere Informationen: Unfall-, Hand- und plastische Chirurgie, Orthopädie, Mediengruppe Oberfranken, Anteriore Schulterinstabilität, Bankart-Läsion, Glenoiddefekt, Hill-Sachs-Läsion, Arthroskopische Schulterstabilisierung, Knochenblockverfahren
ISSN: 0009-4846
Institut: Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité-Universitätsmedizin Berlin