Interdisziplinäre Aufgabe der plastischen Chirurgie in der individualisierten onkologischen Chirurgie | chirurgische praxis Band: 83

Zusammenfassung: Die moderne plastische Chirurgie verfügt heute über ein sehr breites Spektrum an Behandlungsoptionen und sollte daher als interdisziplinärer Partner in spezialisierten Organzentren, onkologischen Schwerpunktzentren sowie Traumazentren integriert werden. Idealerweise werden die Eingriffe nach entsprechender Besprechung der onkologischen Patienten im Tumorboard und dann primär interdisziplinär durchgeführt. In Fällen, in denen die Strukturvoraussetzungen dies nicht ermöglichen, sind jedoch u. U. auch frühsekundäre Vorstellungen beim plastischen Chirurgen sinnvoll. Beispiele hierfür sind der nicht mögliche Defektverschluss nach onkologisch- radikaler Resektion mit dann sekundärer Verlegung in eine plastisch-chirurgische Einheit zur Defektdeckung. Eine frühzeitige plastisch- chirurgische Rekonstruktion nicht nur des Haut-Weichteilmantels, sondern auch von ausgefallenen Funktionen an oberer und unterer Extremität erlaubt es, die individuellen Folgen onkologischer Therapien zu mildern, mit dem Ziel, eine maximale Lebensqualität zu erreichen. Auch unter palliativen Aspekten sollten Patientinnen und Patienten daher frühzeitig in einem plastisch- chirurgischen Zentrum vorgestellt werden.

Autoren: P. M. Vogt, V. Stögner
Weitere Informationen: Unfall-, Hand- und plastische Chirurgie, Orthopädie, Mediengruppe Oberfranken, Chirurgische Onkologie, plastische Rekonstruktion, Funktionswiederherstellung, Lebensqualität, interdisziplinäre Kooperation
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Plastische, Ästhetische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover