Brustchirurgie: Fehlervermeidung und Management bei Komplikationen | chirurgische praxis Band: 83

Zusammenfassung: Das beste Komplikationsmanagement besteht in der Vermeidung von Komplikationen. Die Sofortrekonstruktion der Brust mit Erhalt des Hautmantels, meist auch unter Einschluss des Mamillen- Areola-Komplexes (MAK), ermöglicht eine natürlichere und sofortige Wiederherstellung der Brust mit häufigem Erhalt von Sensibilität und Vermeidung des Traumas eines Brustverlustes. Die zurzeit als Standard geltende subpektorale Implantateinlage nach SSM/NSM mit ADM oder Netz kann aber von einer störenden muskulären Animation begleitet sein neben verstärkter postoperativer Schmerzhaftigkeit. Die präpektorale Alternative führt aber bei dünner subkutaner Fettschicht zur Abzeichnung des Implantates an der Oberfläche und Faltenbildung und scheint demnach nur bei stärkerer subkutaner Fettschicht sinnvoll. Ob eine ausreichende Abdeckung durch den zusätzlichen Einsatz von ADM oder synthetischem Netz in Kombination mit autologer Fetttransplantation zu erreichen ist, im Sinne einer sog. »Bioengineered Breast«, müssen zukünftige sorgfältig geplante Untersuchungen und Erfahrungen zeigen. Keineswegs ist die biotechnologische Brust die Methode für jede Brustrekonstruktion. Autologe Lappenplastiken sind in ausgewählten Fällen immer noch notwendig, wobei die Art der Lappenhebung oder der Transplantation der Präferenz und Erfahrung des ausführenden Chirurgen überlassen bleiben muss.

Autoren: K. Brunnert
Weitere Informationen: Unfall-, Hand- und plastische Chirurgie, Orthopädie, Mediengruppe Oberfranken, Brustrekonstruktion, Komplikationsmanagement, Silikonbrustimplantate, Azelluläre Dermis, Synthetische Netze
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Senologie, Osnabrück