Reizdarmsyndrom: Update mit Fokus auf Ernährung | chirurgische praxis Band: 83

Zusammenfassung: Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine funktionelle Darmerkrankung, die mit abdominellen Schmerzen, Flatulenz und veränderten Stuhlgewohnheiten einhergeht. Zu pathophysiologischen Mechanismen, die bei der Erkrankung eine Rolle spielen, gehören u. a. viszerale Hypersensitivität, ein gestörtes Gleichgewicht des enteralen Immunsystems und eine veränderte Darmflora. Therapiemöglichkeiten umfassen Medikamentengabe, psychotherapeutische Maßnahmen, Probiotika, Phytopharmaka, körperliche Aktivität und Ernährungsmodifikation. Als Schlüsselbehandlung gilt eine FODMAP-restriktive Diät, wobei im Allgemeinen auf eine geringere Zufuhr von kurzkettigen fermentierbaren Kohlenhydraten wie Fruktose, Laktose, Fruktane, Galakto- Oligosaccharide und Polyole zu achten ist. Gleichzeitig ist der Verzehr von stärkehaltigen und nicht-stärkehaltigen Polysacchariden als unbedenklich einzustufen. Diese Übersichtsarbeit fasst in komprimierter Form Einflussfaktoren, mögliche pathophysiologische Mechanismen und therapeutische Optionen bei RDS zusammen und diskutiert anschließend die Ernährungstherapie als eine gut in den Alltag zu integrierende Behandlung.

Autoren: N. Stephanou-Rieser, G. Moser, C. Ekmekcioglu
Weitere Informationen: Benachbarte Gebiete, Mediengruppe Oberfranken, Reizdarmsyndrom, Pathophysiologie, Klinik, Therapie, Ernährung
ISSN: 0009-4846
Institut: Institut für Ernährungswissenschaften, Universität Wien; Universitätsklinik für Innere Medizin III, Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, Wien; Institut für Umwelthygiene, Zentrum für Public Health, Medizinische Universität Wien