Differenziertes offen chirurgisches Vorgehen beim thorakoabdominellen Aortenaneurysma | chirurgische praxis Band: 83

Zusammenfassung: Auch in der endovaskulären Ära besteht weiterhin die Indikation zur offenen Ausschaltung thorakoabdomineller Aneurysmen bei ungünstiger Morphologie, Infektsituationen, niedrigem Lebensalter und Bindegewebserkrankungen. Die klassische Clamp-and-Sew-Technik von Crawford ist bei Typ 1-, 2- und 3-Aneurysmen mit langen Klemmzeiten und hohen Raten an Organkomplikationen verbunden. Diese Nachteile können durch eine distale Aorten- und selektive Organperfusion mit Hilfe eines Linksherzbypasses oder einer HLM vermieden werden, wobei eine Erhöhung der Komplexität des Eingriffes und eine vermehrte Blutungsneigung aufgrund des Heparineinsatzes in Kauf genommen werden müssen. Eine Kombination aus einem Bypass auf linke Nierenarterie, Truncus coeliacus und AMS mit nachfolgendem Aorteninterponat (OP nach Ballard) ermöglicht ebenfalls kurze Organischämiezeiten unter Verzicht auf eine Vollheparinisierung. Wir operieren daher nur Typ 1- und 2-Aneurysmen unter HLM-Einsatz und operieren die Typ 3-Aneurysmen in der Technik nach Ballard, die Typ 4-Aneurysmen in Clamp-and- Sew-Technik.

Autoren: B. Kasprzak
Weitere Informationen: Viszeralchirurgie, Mediengruppe Oberfranken, Thorakoabdominelles Aortenaneurysma, TAAA, offene Aortenchirurgie, Ballard-Technik
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik und Poliklinik für Vaskuläre und Endovaskuläre Chirurgie, Universitätsklinikum Münster