Technik und Ergebnisse bei thorakoskopischer Oesophagektomie | chirurgische praxis Band: 83

Zusammenfassung: Die Technik der minimalinvasiven Oesophagektomie wurde bereits in den frühen 1990er-Jahren beschrieben. Aufgrund der Komplexität des Eingriffes und der bekannt hohen Morbidiät kam es nur zu einer zögerlichen Verbreitung der Methode. Inzwischen existieren diverse Zugangswege und Anastomosierungstechniken, sowie sogenannte Hybridverfahren, bei denen jeweils ein Teil der Operation in konventioneller, offener Weise erfolgt. Zuletzt zeigten mehrere Metaanalysen Vorteile für die Gesamtgruppe der minimalinvasiven Techniken gegenüber der konventionellen offenen Chirurgie. In der vorliegenden Arbeit wird die Technik der totalen minimalinvasiven abdomino-thorakalen Oesophagusresektion beschrieben und das Ergebnis der letzten 2 Jahre präsentiert. Als Modifikation der bisher etablierten Methoden erfolgt eine Minithorakotomie, über welche sowohl das Präparat geborgen wird als auch die Anastomosierung erfolgt. Bei dieser Technik kann die Andruckplatte wahlweise transoral oder via Minithorakotomie in den Oesophagus eingebracht werden. Es erfolgte eine retrospektive Auswertung des Patientenkollektives. Zwischen August 2014 und September 2016 führten wir insgesamt 69 Oesophagusresektionen bei Karzinomen des gastrooesophagealen Überganges und Oesophaguskarzinomen durch. Von diesen Eingriffen erfolgten 9 Operationen primär als Hybridoperation. Weitere 6 Patienten erhielten eine zervikale Anastomose. Die Auswertung bezieht sich im Folgenden auf die 54 Patienten, welche primär in der totalen minimalinvasiven Technik operiert wurden. Hier erfolgte bei 2 Patienten eine partielle Konversion (4 %). Die Anastomoseninsuffizienzrate betrug 14 % bei einer Gesamtmorbidität von 50 % (n = 27). Die totale minimalinvasive Technik ist technisch machbar und erlaubt eine onkologisch adäquate Resektion. Nachteilhaft ist der erhöhte technische Aufwand mit verlängerten Operationszeiten und Mehrkosten beim Materialverbrauch. Als wesentlicher Vorteil ist die Reduktion der Morbidität insbesondere der pulmonalen Komplikationen zu werten. Insgesamt zeigte sich eine vergleichbare Rate an Insuffizienzen bei geringerer Mortalität. Der Stellenwert zwischen total minimalinvasiv und Hybridoperation bleibt jedoch weiterhin ungeklärt.

Autoren: S. Chopra, A. Andreou, C. Denecke, B. Strücker, J .Pratschke, M. Biebl
Weitere Informationen: Viszeralchirurgie, Mediengruppe Oberfranken, Minimalinvasive Oesophagektomie, thorakoskopische Oesophagektomie, Hybrid Oesophagektomie, Oesophaguskarzinom
ISSN: 0009-4846
Institut: Chirurgische Klinik, Campus Virchow-Klinikum, Charité Universitätsmedizin Berlin