Behandlung von iatrogenen Ösophagusperforationen mit der endoskopischen Vakuumtherapie (EVT) | chirurgische praxis Band: 83

Zusammenfassung: Perforationen des Ösophagus sind durch eine hohe Morbiditäts- und Mortalitätsrate belastet. Mit der neuen Methode der endoskopischen Vakuumtherapie (EVT) lassen sich transmurale Ösophagusdefekte jeglicher Genese mit einer Erfolgsrate von 90 % behandeln. In dieser Übersicht wird dargestellt, wie die EVT bei iatrogenen Ösophagusperforationen angewandt wird. Bei der EVT werden Drainagen, welche aus einem offenporigen Polyurethanschaum und einem Drainageschlauch bestehen, endoskopisch ösophageal eingeführt. Zur Konstruktion der Drainage wird der Polyurethanschaum am distalen Ende eines Drainageschlauches mit einer Naht befestigt. Bei der intraluminalen Variante der EVT wird der Schaum im Ösophaguslumen defektdeckend positioniert. Bei der intrakavitären Variante der EVT wird der Schaum durch den transmuralen Defekt hindurch extraluminal platziert. Nach der Positionierung wird mit einer elektronischen Pumpe ein kontinuierlicher Unterdruck von –125 mmHg an die Drainage angelegt. Der Sog wird über einige Tage aufrechterhalten und im Abstand von 3–5 Tagen ein Drainagewechsel mit Inspektion der inneren Wunde vorgenommen. Durch die Sogausübung resultieren gleichzeitig der Verschluss des Defektes und eine nach luminal gerichtete Drainage des inneren Wundgebietes. In der Literatur finden sich 3 Studien mit insgesamt 31 Patienten, die aufgrund einer iatrogenen Ösophagusperforation mit der EVT behandelt wurden. Die Mehrzahl der Patienten wurde mit der intraluminalen EVT behandelt. In allen Arbeiten fand sich eine Erfolgsrate von 100 %. Alle Perforationsdefekte konnten geheilt werden. Die EVT ist ein geeignetes Verfahren zur Behandlung iatrogener Ösophagusperforationen.

Autoren: G. Loske
Weitere Informationen: Viszeralchirurgie, Mediengruppe Oberfranken, Ösophagus, Perforation, Vakuumtherapie, Endoskopie
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Katholisches Marienkrankenhaus Hamburg