Frakturversorgung unter einfachen Bedingungen - Erfahrungen von Ärzte ohne Grenzen | chirurgische praxis Band: 83

Zusammenfassung: Als medizinische Nothilfeorganisation leistet Ärzte ohne Grenzen (Médecins Sans Frontières, MSF) hochqualitative und effiziente Gesundheitsversorgung in Ländern, in denen diese Versorgung nicht mehr möglich ist. Bewaffnete Konflikte und Naturkatastrophen führen beispielsweise regelmäßig zur Überforderung oder zum Zusammenbruch der lokalen medizinischen Einrichtungen. In diesem Kontext sind die vorhandenen medizinischen Ressourcen üblicherweise deutlich limitiert. Das in der westlichen Welt propagierte Versorgungskonzept von Frakturen mit einer eher operativen Therapie und frühfunktioneller Nachbehandlung darf nicht als universell angesehen und muss an die konkreten Bedingungen vor Ort und die vorhandenen Versorgungsmöglichkeiten angepasst werden. Geschlossene Frakturen werden deshalb in den Ärzte ohne Grenzen-Projekten überwiegend konservativ behandelt. Die osteosynthetische Versorgung von ausgewählten Frakturen jedoch kann in etablierten Traumazentren eine Option sein. Der folgende Artikel gibt einen Überblick über die Möglichkeiten und Herausforderungen der Frakturversorgung im Kontext limitierter Ressourcen.

Autoren: M. Winter
Weitere Informationen: Unfall-, Hand- und plastische Chirurgie, Orthopädie, Mediengruppe Oberfranken, Ärzte ohne Grenzen, Frakturversorgung, einfache Bedingungen, Katastrophe, Extensionsbehandlung
ISSN: 0009-4846
Institut: Abteilungen für Orthopädie und Unfallchirurgie, Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge, Berlin