Einfluss der Quote auf den Weg der Chirurginnen an die Spitze | chirurgische praxis Band: 83

Einleitung: Es muss ja nicht immer die Spitze sein, aber dass die Medizin weiblich wird, kann keiner mehr bestreiten. In den letzten 20 Jahren stieg die Zahl der weiblichen Studierenden kontinuierlich jedes Jahr auf jetzt immerhin 60 % an. Bei den Erstsemestern waren es 2016 bereits 65 %. Auch der Frauenanteil bei den Habilitationen in der Humanmedizin hat sich seit 2012 auf gute 25 % eingependelt, mit weiter leicht steigender Tendenz. Die Wissenschaftlerinnen sind im Kommen, nicht nur in der Medizin, wo traditionell der größte Anteil der Habilitationsverfahren abgeschlossen wird, sondern ihr Anteil ist insgesamt auf 30 % aller Abschlüsse gestiegen. »Frau« macht sich auf den Weg an die Spitze, auch wenn das nicht gerade einfach ist und auch im Durschnitt etwas länger dauert. Noch sind sie als frisch promovierte »Frau Doktor« mit knapp 42 Jahren geringfügig älter als ihre männlichen Kollegen, aber es werden mit 206 Habilitandinnen im Jahre 2016 immer mehr. Knapp 60 % der Erstmeldungen bei den Landesärztekammern sind weiblich und ihr Anteil an der gesamten Ärzteschaft nähert sich der 50 %-Marke. Es geht vorhersehbar kontinuierlich weiter, denn die vielen jungen Medizinstudentinnen drängen nach. Bei den Vertragsärzten sind bereits 43,2 % weiblich – wobei diese sich kurioserweise pro Behandlungsfall mehr Zeit für ihre Patienten nehmen: Diese ist mit 38,3 Minuten pro Behandlungsfall 23 % höher als bei männlichen Kollegen. 42 % aller berufstätigen Mediziner sind weiblich, der Anteil der Ärztinnen in Krankenhäusern beträgt sogar 46 % [1].

Autoren: K. Welcker
Weitere Informationen: Geriatrie, Allgemeines, Mediengruppe Oberfranken, Frauenquote, Chirurgie, ärztliche Leitungspositionen, Ordinariat, Chefarztposition
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Thoraxchirurgie, Kliniken Maria Hilf, Mönchengladbach