Berufliche Prävention von Rücken- und Schulterschmerzen | chirurgische praxis Band: 83

Zusammenfassung: Das Ziel des Reviews ist die evidenzbasierte Beurteilung von Präventionen am Arbeitsplatz (AP) für Rücken- und Schulterbeschwerden (RSB) sowie von Fehlzeiten durch nicht medikamentöse Interventionen. Der Übersichtsartikel wertet die Forschungsergebnisse von 2007–2017 anhand der einschlägigen systematischen Reviews und Metaanalysen aus. Physische und psychosoziale Risikofaktoren tragen nachweislich zu RSB bei. Akute und subakute RSB können durch verhaltensorientierte, ergonomische oder arbeitsorganisatorische Interventionen am AP mit Ausnahme von Bewegungsübungen nicht nachweislich verbessert werden. Berücksichtigt werden muss das bereits hohe ergonomisch- technische Arbeitsschutzniveau in den Studien. Die Evidenz von Bewegungsinterventionen wird dagegen als hoch bis moderat beurteilt. Für arbeitsunfähige Personen verkürzen die drei Interventionsarten jedoch die Rückkehr zur Arbeit und verbessern die Beschwerden. Die Prävention der Chronifizierung in der subakuten Phase wird durch arbeitsbezogene Interventionen, Bewegungsprogramme und durch prozessbegleitende Rückkehrmaßnahmen unterstützt. Stress trägt zur Schmerzchronifizierung bei. Kognitive Verhaltensinterventionen und Entspannungsübungen können wirksam Stress reduzieren und so die Rückengesundheit verbessern.

Autoren: B. Zimolong
Weitere Informationen: Medizin und Umwelt, Mediengruppe Oberfranken, Arbeitsgestaltung, Bewegung, Chronifizierung, Risikofaktoren, Stress
ISSN: 0009-4846
Institut: Fakultät für Psychologie, Ruhr-Universität Bochum