Erfahrungen mit der laparoskopischen Leberchirurgie in einem spezialisierten Zentrum | chirurgische praxis Band: 84

Zusammenfassung: Die laparoskopische Leberchirurgie ist derzeit, vor allem aufgrund der Sorge vor Komplikationen, in Deutschland noch wenig verbreitet. Studien haben für sie allerdings die gleichen Vorteile wie für die laparoskopische kolorektale Chirurgie – bei vergleichbar gutem onkologischem Resektionsergebnis wie für die offene Leberchirurgie – zeigen können. Bei der Patientenauswahl für eine laparoskopische Leberresektion sollte neben dem Schwierigkeitsgrad des Eingriffs, der anhand eines Scoring-Systems (Iwate-Kriterien) ermittelt werden kann, auch die Erfahrung des Operateurs berücksichtigt werden. Grundsätzlich sollten minimalinvasive Lebereingriffe von sowohl in der Laparoskopie als auch in der Leberchirurgie erfahrenen Chirurgen durchgeführt werden. Unter Berücksichtigung der steilen Lernkurve kann nach eigener Erfahrung der laparoskopisch arbeitende Leberchirurg den Schwierigkeitsgrad seiner Eingriffe ohne das Auftreten schwerer Komplikationen schrittweise steigern. Einen besonderen Vorteil bietet die laparoskopische Leberchirurgie Patienten mit Leberzirrhose, die hierdurch eine deutliche Risikoreduktion für eine postoperative Dekompensation der Leberfunktion erfahren. Die zudem wesentlich raschere postoperative Rekonvaleszenz nach einem minimalinvasiven Eingriff ermöglicht Patienten, die adjuvant nachbehandelt werden sollen, einen zügigeren Beginn der weiteren Systemtherapie.

Autoren: L. Seidemann, R. Sucher, D. Seehofer
Weitere Informationen: Viszeralchirurgie, Mediengruppe Oberfranken, Laparoskopie, Leberchirurgie, Iwate-Kriterien, LiMAx-Test, Leberzirrhose
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Leipzig