Indikation und Ergebnisse der Nagelosteosynthese bei Humeruskopffrakturen | chirurgische praxis Band: 84

Zusammenfassung: Mit einer Inzidenz von 297/100.000 Einwohner zählt die proximale Humerusfraktur zu einer der häufigsten Frakturen des älteren Menschen. In einer immer älter werdenden Gesellschaft mit im Alter steigenden funktionellen Ansprüchen ist die Nagelosteosynthese mit dem Ziel einer frühfunktionellen Nachbehandlung eine gute Behandlungsmöglichkeit. Aufgrund neuer Implantatdesigns und verbesserten Operationsmethoden konnten Komplikations- und Revisionsraten reduziert und zunehmend bessere Ergebnisse erzielt werden. Dadurch ging der Trend bei dislozierten Frakturen (>1 cm, >45°) hin zur operativen Frakturversorgung. Aktuelle Studien zeigen vergleichbare Behandlungsergebnisse zwischen operativer und konservativer Therapie bei dislozierten Humeruskopffrakturen bezüglich des funktionellen Outcomes und der Patientenzufriedenheit. Somit besteht die Notwendigkeit, neben der operativen Frakturversorgung die konservative Therapie und Behandlung durch die inverse Prothese in Betracht zu ziehen. Neben der konservativen Therapie stehen dem Chirurgen eine Vielzahl von Osteosyntheseverfahren zur Verfügung. Die ideale Indikation besteht bei dislozierten 2- und 3-Segment-Frakturen des proximalen Humerus. Um gute Ergebnisse zu erzielen, sollten neben dem Frakturmuster individuelle Bedürfnisse des Patienten und seine Komorbiditäten berücksichtigt werden. Weiterhin besteht bei offenen Frakturen, Luxationsfrakturen, einer Schaftdislokation >50 %, Headsplit-Frakturen und bei pathologischen Frakturen die Empfehlung zur operativen Therapie.

Autoren: M .-T. Seitz, W. Lehmann, S. Frosch
Weitere Informationen: Unfall-, Hand- und plastische Chirurgie, Orthopädie, Mediengruppe Oberfranken, Proximale Humerusfraktur, Nagelosteosynthese, Ergebnisse, Schulterverletzung, Winkelstabilität
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie, Universitätsmedizin Göttingen