Chirurgische Therapie des Lymphödems. Möglichkeiten und Grenzen | chirurgische praxis Band: 84

Zusammenfassung: Das Lymphödem ist eine häufige, chronisch fortschreitende und potentiell invalidisierende Erkrankung. In den entwickelten Ländern ist das Extremitätenlymphödem am häufigsten iatrogen nach Krebstherapien erworben. Meist gehören die radikale Lymphadenektomie sowie die Radiotherapie als essentielle Bestandteile zum Therapiekonzept gynäkologischer Krebserkrankungen. Diese sind stark assoziiert mit dem Extremitätenlymphödem. Resezierende Verfahren sollten nur beim Endstadium der Erkrankung evaluiert werden, wobei die Liposuktion als Ausnahme und weniger invasives resezierendes Verfahren zu einer effektiven Gewebereduktion führen kann. Lymphovenöse Anastomosen und der mikrovaskuläre Lymphknotentransfer haben das experimentelle Stadium verlassen und stellen für ein korrekt auserwähltes Patientenkollektiv echte therapeutische Optionen dar, um die Hautqualität zu verbessern und das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten. Die Kosten dafür werden zurzeit nur teilweise auf Antrag von den Krankenkassen übernommen. Für Betroffene eröffnen sich mit den mikrochirurgischen Methoden ganz neue Aussichten auf ein besseres Leben. Um das geeignete Patientenkollektiv noch genauer zu definieren und die guten Resultate zu bestätigen, sind prospektive Studien mit höheren Fallzahlen und Langzeitstudien notwendig.

Autoren: S. Uyulmaz, M. F. Scaglioni, N. Lindenblatt
Weitere Informationen: Thoraxchirurgie, Herzchirurgie, Gefäßchirurgie, Mediengruppe Oberfranken, Lymphödemtherapie, Brustkrebs, lymphovenöse Anastomosen, Lymphknotentransfer, Mikrochirurgie
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, UniversitätsSpital Zürich