Die laparoskopische Korrektur der kindlichen Leistenhernie | chirurgische praxis Band: 84

Zusammenfassung: Wie in der Chirurgie des Erwachsenen sind inzwischen auch in der Kinderchirurgie minimalinvasive Methoden zur Korrektur von Leistenhernien etabliert. Zwei Verfahren werden bei Kindern zum Verschluss der Bruchpforte eingesetzt: Die minimalinvasive Herniorrhaphie, die vorwiegend bei Mädchen zur Anwendung kommt und besonders schonend ist, da nur ein Trokar paraumbilical für die Optik eingebracht werden muss, sowie die minimalinvasive Herniotomie, bei der analog zum offenen Vorgehen der Bruchsack an der Basis nach Abschieben von Samenleiter und Hodengefäßen abgesetzt und verschlossen wird. In Metaanalysen wurde gezeigt, dass die Ergebnisse nach laparoskopischer Versorgung kindlicher Leistenhernien den Resultaten nach offener Herniotomie zumindest ebenbürtig sind. Darüber hinaus eignet sich der laparoskopische Zugang nach unseren Erfahrungen hervorragend zur minimalinvasiven Diagnostik und Therapie von seltenen Hernien im Kindesalter wie der direkten Leistenhernie oder der Schenkelhernie.

Autoren: S. Kellnar, S. Singer
Weitere Informationen: Kinder- und Neugeborenenchirurgie, Mediengruppe Oberfranken, Kindliche Leistenhernie, minimalinvasive Herniorrhaphie, laparoskopische Korrektur
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Kinderchirurgie im Klinikum Dritter Orden München, Akademisches Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität München