Phantomschmerzen: Vom Mechanismus zur Therapie | chirurgische praxis Band: 84

Zusammenfassung: Der Verlust eines Armes oder eines Beines durch einen Unfall kommt in Deutschland nicht häufig vor. Dennoch verlieren Menschen aufgrund einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit oder eines Diabetes mellitus und den daraus resultierenden trophischen Störungen doch regelmäßig Teile einer Extremität. Durch die Amputation können Phantomschmerzen ausgelöst werden. Pathophysiologisch sind Phantomschmerzen mit Veränderungen von Struktur und Funktion peripherer Nerven, des Rückenmarks und des Gehirns assoziiert. Gerade das verbesserte Verständnis von Änderungen der Hirnfunktion bei Phantomschmerzen haben in den vergangenen Jahren auch neue Impulse in der Therapie gesetzt. Die Therapie von Phantomschmerzen zielte zunächst auf periphere Störungen und nutzte chirurgische Techniken und Analgetika. Dann folgte die Behandlung von Veränderung der Funktion des Rückenmarks, überwiegend pharmakologisch mit Antidepressiva und Antikonvulsiva. Aufgrund des verbesserten Verständnisses kortikaler Veränderungen, werden nun Behandlungsverfahren eingesetzt, die neuro-psychologische Mechanismen nutzen. In der vorliegenden Übersicht sollen die aktuellen Kenntnisse über Entstehungsmechanismen von Phantomschmerzen mit den Daten zur Behandlung abgeglichen werden. Strategien zur Behandlung von Phantomschmerzen sollen so nachvollziehbar werden.

Autoren: M. Gehling
Weitere Informationen: Geriatrie, Allgemeines, Mediengruppe Oberfranken, Phantomschmerz, Antidepressiva, Antikonvulsiva, Psychotherapie, kortikale Reorganisation
ISSN: 0009-4846
Institut: Praxis für Schmerzmedizin, Kassel