Indikationen für eine Resektion beim metastasierten Adenokarzinom des Ösophagus oder des Magens | chirurgische praxis Band: 84

Zusammenfassung: Laut der aktuellen S3-Leitlinie ist die Standardtherapie metastasierter Magen- und Ösophaguskarzinome eine palliative Chemotherapie. Eine palliative Resektion ist beim metastasierten Magenkarzinom nur bei symptomatischer Stenose oder endoskopisch unstillbarer Tumorblutung indiziert und führt zu keinem nachweisbaren Überlebensvorteil. Dennoch findet sich die Therapie von Patienten mit oligometastasierten Magen- und Ösophaguskarzinomen heute im Wandel. So wird im Rahmen von multimodalen Therapiekonzepten und auf individueller Basis vermehrt die Indikation für eine Operation des Primärtumors und der Metastasen gestellt. Dies betrifft insbesondere Patienten in gutem Allgemeinzustand mit Oligometastasierung, die gut auf eine Chemotherapie ansprechen. Vorhandene Daten sprechen dafür, dass eine ausgewählte Patientengruppe von dieser aggressiven Therapie profitiert. Aktuelle randomisierte Studien, wie die RENAISSANCE/FLOT5-Studie, sollen den Stellenwert der radikalen chirurgischen Therapie bei Oligometastasierung klären.

Autoren: N. Niclauss, S. P. Mönig
Weitere Informationen: Viszeralchirurgie, Mediengruppe Oberfranken, Ösophaguskarzinom, Magenkarzinom, Oligometastasierung, multimodale Therapie, Metastasektomie
ISSN: 0009-4846
Institut: Département de chirurgie, Hôpitaux Universitaires Genève, Schweiz