Diagnostik und Therapie des Barrett-Ösophagus: aktueller Stand | chirurgische praxis Band: 84

Zusammenfassung: Das Progressionsrisiko eines nicht neoplastischen Barrett-Ösophagus zum Adenokarzinom wurde lange Zeit überschätzt und ist vergleichsweise gering. Hat sich jedoch eine intraepitheliale Neoplasie (IEN) innerhalb der Barrett-Schleimhaut gebildet, so ist das Risiko einer Karzinomentstehung deutlich erhöht. Ziel der diagnostischen bzw. Überwachungsstrategien beim Barrett-Ösophagus ist es, IEN innerhalb der Barrett-Schleimhaut zu detektieren. Referenzpathologisch bestätigte endoskopisch sichtbare low grade IEN innerhalb der Barrett-Schleimhaut sollten endoskopisch reseziert werden, bei Nachweis einer low grade IEN ohne endoskopisch sichtbare Veränderungen kann eine Radiofrequenzablation des gesamten Barrett-Segmentes erfolgen. High grade IEN bzw. mukosale Adenokarzinome sollten einer multimodalen endoskopischen Therapie zugeführt werden, das heißt einer fokal endoskopischen Resektion mit nachfolgender Ablation der Rest-Barrett-Schleimhaut. Bei den Ablativen Methoden spielen derzeit aufgrund der niedrigen Komplikationsrate nur die Radiofrequenzablation sowie die Argon-Plasma-Koagulation klinisch eine Rolle. Patienten mit nachgewiesenen bzw. therapierten intraepithelialen Neoplasien innerhalb der Barrett-Schleimhaut sollten aufgrund des Risikos von metachronen Zweitläsionen sowie Rezidiven in ein Überwachungsprogramm aufgenommen werden.

Autoren: J. Striegel, R. Jakobs
Weitere Informationen: Viszeralchirurgie, Mediengruppe Oberfranken, Diagnose, Therapie, Barrett-Ösophagus
ISSN: 0009-4846
Institut: Medizinische Klinik C, Klinikum Ludwigshafen am Rhein GmbH