Therapie der Struma nodosa | chirurgische praxis Band: 84

Zusammenfassung: Die Struma nodosa ist eine in Iodmangelgebieten wie Deutschland weit verbreitete und in aller Regel gutartige, durch sinnvolle prophylaktische Maßnahmen oft vermeidbare, Erkrankung der Schilddrüse, deren Therapie jedoch nicht in allen Fällen zwingend erforderlich ist. Das Vorhandensein von klinisch relevanten Schilddrüsenknoten sowie die lokale Beschwerdesymptomatik aufgrund der Größe des Organs bestimmen in erster Linie die Indikation zur Therapie bzw. das Ausmaß der erforderlichen Behandlung. Eine generelle Operationsindikation besteht nicht, zumal das Karzinomrisiko in einer Iodmangelstruma gering ist. Medikamentöse Ansätze zur Behandlung der Struma sind etabliert, jedoch mitunter wenig effektiv, während eine alternative Form der konservativen Therapie mittels Radioiod hierhingehend überlegen ist, wenngleich letztlich nur die Operation im Sinne einer Hemi- oder Thyreoidektomie nachhaltige Heilung bzw. eine Beseitigung evtl. lokaler Beschwerden zu erzielen vermag. So kommt vor allem der Prophylaxe der Erkrankung durch ausreichende Iodidzufuhr in der Bevölkerung eine entscheidende Bedeutung zu. Die Indikation zu einer »definitiven« Therapie bzw. die Wahl der therapeutischen Herangehensweise ist unter anderem abhängig von Strumavolumen, klinischen Symptomen, der Nuklidspeicherung der Schilddrüse, dem Patientenalter, den Begleiterkrankungen, etwaigen Voroperationen an der Schilddrüse, der Berufsanamnese und nicht zuletzt dem Patientenwunsch.

Autoren: A. Pfestroff, D. K. Bartsch, M. Luster
Weitere Informationen: Viszeralchirurgie, Mediengruppe Oberfranken, Struma nodosa, Operation, Radioiod, Iodid-Prophylaxe
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Marburg; Klinik für Visceral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Marburg