Prävention und Behandlung von Keloiden | chirurgische praxis Band: 84

Zusammenfassung: Keloide stellen eine schwerwiegende, pathologische Narbenentität dar, die mit ausgeprägten ästhetischen, funktionellen und psychosozialen Einschränkungen einhergeht. In Verbindung mit einer häufig ausgeprägten Juckreiz- und Schmerzsymptomatik sind betroffene Patienten häufig schwer im Alltag beeinträchtigt. Keloide entstehen nicht nur durch chirurgische Interventionen oder offensichtliche Traumata, sondern oftmals durch Bagatellverletzungen, Insektenstiche oder ausgeprägte Hauterkrankungen, wie eine schwere Akne vulgaris. Aufgrund der ausgeprägten Belastung der Patienten durch das Krankheitsbild ist eine adäquate Therapie unerlässlich. Zur Behandlung steht heutzutage eine Vielzahl von Therapieoptionen bereit. Diese beinhalten intraläsionale Injektionsverfahren, Laserbehandlungen, chirurgische Maßnahmen und Strahlentherapie. Auf Basis aktueller nationaler und internationaler Leitlinien konnten mittlerweile standardisierte Behandlungsempfehlungen etabliert werden. Nachdem überschießende Narben wie Keloide von Patienten häufig als sehr belastend wahrgenommen werden und die Behandlung oft langwierig ist, kommt der Prävention eine besondere Wichtigkeit zu. Gerade bei Patienten mit positiver Familienanamnese ist eine Narbenprävention infolge chirurgischer Eingriffe durch silikonoder flavonoidhaltige Präparate von zentraler Wichtigkeit. Auf Basis aktueller Therapie- und Präventionsempfehlungen kann mittlerweile dem überwiegenden Großteil der Keloidpatienten zuverlässig geholfen werden.

Autoren: J. Pötschke, G. G. Gauglitz
Weitere Informationen: Unfall-, Hand- und plastische Chirurgie, Orthopädie, Mediengruppe Oberfranken, Keloid, intraläsionale Triamcinoloninjektion, 5-Fluoruracil, Narbe, Narbentherapie
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Plastische und Handchirurgie mit Schwerbrandverletztenzentrum, Klinikum St. Georg, Leipzig; Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Ludwig-Maximilians-Universität München