Individualendoprothetik am Knie - Mode oder Notwendigkeit? | chirurgische praxis Band: 84

Zusammenfassung: Der totalendoprothetische Ersatz des Kniegelenks ist generell eine erfolgreiche und kosteneffektive Behandlung der Kniegelenksarthrose zur Verbesserung von Funktion und Beschwerden. Jedoch sind bis zu einem Fünftel der Patienten nach dem Eingriff mit dem Ergebnis unzufrieden, was vor allem auf residuellen Knieschmerz sowie eingeschränkte Beweglichkeit und Funktion zurückzuführen ist. Mitverantwortlich können hierfür Kompromisse bei der Auswahl der Implantatgröße sowie deren Positionierung sein. Die Entwicklung patientenindividueller Implantate zielt darauf ab, die präarthrotische Kniegelenksgeometrie und die dadurch bedingte Kniegelenkskinematik wiederherzustellen. Hiermit sollen Funktion und Zufriedenheit der Patienten nach endoprothetischem Kniegelenkersatz verbessert werden. Erste klinische Daten legen eine Überlegenheit der patientenindividuellen Prothesen gegenüber Standardprothesen hinsichtlich der Patientenzufriedenheit, dem funktionellen Ergebnis sowie der kinematischen Eigenschaften nahe. Bisher fehlt es jedoch an randomisiert-kontrollierten Studien sowie an Langzeitergebnissen.

Autoren: L. Eckhard, P. Drees
Weitere Informationen: Unfall-, Hand- und plastische Chirurgie, Orthopädie, Mediengruppe Oberfranken, Kniegelenksarthrose, Knie-Totalendoprothese, patientenindividuelle Knie-TEP
ISSN: 0009-4846
Institut: Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsmedizin Mainz