Obstruktive Harntransportstörungen | chirurgische praxis Band: 84

Zusammenfassung: Angeborene Fehlbildungen der Nieren und der ableitenden Harnwege werden bei etwa 3–6/1.000 Geburten beobachtet und gehören mit 20–30 % zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen, die in der Pränatalperiode diagnostiziert werden. Das Spektrum der unterschiedlichen Anlagestörungen wird auch unter dem Begriff »congenital anomalies of the kidney and urinary tract« (CAKUT) zusammengefasst. Die Ureterabgangsstenose ist die häufigste Ursache für eine sonografisch entdeckte Hydronephrose. Beim primär obstruktiven Megaureter (POM) liegt dagegen eine Obstruktion im Bereich des ureterovesikalen Überganges vor, die auch refluxassoziiert sein kann (primär refluxiv-obstruktiver Megaureter). Die Prognose bei beiden Erkrankungen ist in der Regel gut. Die posterioren Urethralklappen (posterior urethral valves = PUV) stellen die seltenste, dabei aber schwerste Form der Harnwegsobstruktion beim Jungen dar. 70 % der Patienten gelangen im Langzeitverlauf in die kompensierte oder sogar terminale Niereninsuffizienz.

Autoren: M. Schäfer, M. Stehr
Weitere Informationen: Kinder- und Neugeborenenchirurgie, Mediengruppe Oberfranken, Obstruktive Uropathie, Megaureter, Ureterabgangsstenose, Harnröhrenklappen
ISSN: 0009-4846
Institut: Abteilung für Kinderchirurgie und Kinderurologie, Cnopf’sche Kinderklinik, Nürnberg