Wie effektiv ist die elektrische (E-)Zigarette bei der Tabakentwöhnung? | chirurgische praxis Band: 84

Zusammenfassung: Tabakrauchen und damit assoziierte Erkrankungen führen weltweit zu einer massiven individuellen sowie gesellschaftlichen Belastung. Während Rauchstoppversuche ohne die Nutzung evidenzbasierter Rauchstoppmethoden nur eine geringe Aussicht auf Erfolg haben, kann der Einsatz von beispielsweise Nikotinersatztherapien oder verhaltenstherapeutischer Unterstützung die Chance auf langfristige Tabakabstinenz deutlich erhöhen. Dennoch wird die Mehrheit der Rauchstoppversuche in Deutschland ohne den Einsatz solcher Hilfsmittel unternommen, was sowohl auf die hohen Kosten dieser Hilfsmittel als auch auf die niedrige Attraktivität (z. B. von Nikotinersatzprodukten) zurückzuführen ist. Durch die Einführung der elektronischen (E-)Zigarette ist ein Produkt auf den Markt gekommen, welches ein potentielles Hilfsmittel bei der Tabakentwöhnung sein könnte und von seiner Funktionsweise mit anderen Formen der Nikotinersatztherapie vergleichbar ist. Aktuelle Nutzungsdaten der repräsentativen Deutschen Befragung zum Rauchverhalten (DEBRA, www.debra-study.info) zeigen, dass die E-Zigarette in Deutschland tatsächlich mit steigender Häufigkeit von Raucher/innen zur Unterstützung bei der Tabakentwöhnung eingesetzt wird. Erste Studien verweisen auf einen positiven Zusammenhang zwischen dem Einsatz der E-Zigarette bei Rauchstoppversuchen und deren Erfolgsraten. Auch scheinen gesundheitliche Schäden im Vergleich zum Tabakrauchen deutlich geringer auszufallen. In dem vorliegenden Artikel werden detailliert aktuelle Nutzungsdaten der E-Zigarette in Deutschland vorgestellt sowie der derzeitige Stand der Forschung zur Effektivität des Produktes bei der Tabakentwöhnung zusammengefasst.

Autoren: S. Kastaun, S. Becker, D. Kotz
Weitere Informationen: Arzneimittel-, Therapie-Kritik, Mediengruppe Oberfranken, E-Zigarette, Tabakentwöhnung, DEBRA-Studie, Effektivität
ISSN: 0009-4846
Institut: Suchtforschung und klinische Epidemiologie, Institut für Allgemeinmedizin, Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf