Therapieoptionen bei Anastomoseninsuffizienzen des gastrointestinalen Traktes | chirurgische praxis Band: 84

Zusammenfassung: Die Anlage einer Anastomose zwischen 2 Abschnitten des Gastrointestinaltrakts (GIT) steht im Mittelpunkt des viszeralchirurgischen Handelns. Die regelhafte Heilung von Anastomosen ist von sehr vielen verschiedenen, teils patientenassoziierten, teils externen Faktoren abhängig. Am wichtigsten ist die möglichst frühzeitige klinische und diagnostische Erkennung einer Anastomoseninsuffizienz. Die Wahl der Therapie ist vorrangig vom klinischen Zustand des Patienten sowie von der Kontamination des Abdomens bzw. der Thoraxhöhle/des Mediastinums abhängig. Im seltenen Fall sauberer Verhältnisse ohne manifeste Sepsis kann frühzeitig eine operative oder endoskopische Methode zum Direktverschluss der Anastomose angewandt werden oder gar die vollständige Neuanlage der Anastomose sinnvoll sein. Bei lokal begrenzten Befunden mit suffizient drainierten Verhalten hat sich zuletzt für den oberen GIT sowie in der Rektumchirurgie am ehesten die endoluminale Niederdruck- oder Vakuumtherapie bewährt. Hier sind noch prospektive Daten zur Festigung der Evidenzgrundlage dieser Methode notwendig. Im oberen GIT kommen weiterhin bei unterschiedlichen Insuffizienzkonstellationen auch Stents zum Einsatz. Im unteren GIT muss in der septischen Situation prinzipiell auch immer an eine Ausleitung des Darms als Stoma gedacht werden.

Autoren: G. Vassilev, P. Kienle
Weitere Informationen: Viszeralchirurgie, Mediengruppe Oberfranken, EndoVAC, Anastomoseninsuffizienz, endoluminale Niederdrucktherapie, Stent
ISSN: 0009-4846
Institut: Chirurgische Klinik, Universitätsklinikum Mannheim; Allgemein- und Viszeralchirurgie, Theresienkrankenhaus und St. Hedwig-Klinik, Mannheim