Chirurgisches Management bei fortgeschrittenen malignen Nebennierentumoren mit Kavathrombose | chirurgische praxis Band: 84

Zusammenfassung : Hintergrund: Fortgeschrittene Tumoren der Nebenniere können die Nebennierenvene infiltrieren und per continuitatem in die Vena cava einwachsen. In seltenen Fällen können sich intrakavale Tumorthromben bis in den rechten Vorhof ausdehnen. Die umfassende chirurgische Therapie erfordert eine kavale oder kavo-atriale Thrombektomie unter Wahrung der vaskulären Kontrolle, gegebenenfalls ergänzt durch eine multiviszerale Resektion. Methodik: Zur Beschreibung von Resektionstechniken und postoperativen Ergebnissen der Therapie organüberschreitender Nebennierentumoren erfolgte eine Literaturrecherche. Deren Ergebnisse sowie eigene Erfahrungen bilden die Basis der getroffenen Empfehlungen zum operativen Management. Ergebnisse: Die Ausdehnung der vaskulären Beteiligung bei fortgeschrittenen Nebennierentumoren lässt sich in 4 Typen unterteilen, welche unterschiedliche und zunehmend anspruchsvolle Operationstechniken erfordern. Schlussfolgerungen: Auch fortgeschrittene Tumorstadien mit Gefäßbeteiligung bei Nebennierenmalignomen schließen eine radikale chirurgische Therapie nicht primär aus. Fortschritte in der Gefäßchirurgie und der extrakorporalen Bypass-Technik führten zur Entwicklung sicherer Verfahren zur Resektion von Tumorthromben aus der retrohepatischen und sogar supradiaphragmalen Vena cava. Eine umfassende präoperative Diagnostik (radiologisch und endokrinologisch) ist unerlässlich für die Auswahl einer adäquaten, gegebenenfalls interdisziplinär realisierten Resektionstechnik. Die schlechte Prognose von Patienten, die keine oder eine inkomplette Tumorresektion erfahren, rechtfertigt einen aggressiven chirurgischen Therapieansatz.

Autoren: T. J. Musholt, J. I. Staubitz
Weitere Informationen: Viszeralchirurgie, Mediengruppe Oberfranken, Nebennierenrindenkarzinom, Kavathrombus, Leiomyosarkom, Nebennierentumor, Phäochromozytom
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universitätsmedizin der JGU Mainz