Das chronische Schmerzsyndrom - vom Darm ausgehend | chirurgische praxis Band: 84

Zusammenfassung : Gastrointestinale Erkrankungen sind neben urologischen oder gynäkologischen Ursachen häufig der Grund für chronische abdominelle Schmerzen bei Frauen. Das Spektrum reicht von selteneren Erkrankungen wie Zöliakie über chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa) bis hin zu dem häufiger auftretenden Reizdarmsyndrom oder zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Weiterhin stellen Komplikationen in Form einer Divertikulitis oder Enteritis, sowie maligne Stenosen und Tumor-assoziierte Obstruktionen, mögliche Ursachen für abdominelle Beschwerden dar. Auch bestimmte Nahrungsmittelbestandteile wie die sogenannten FODMAPs oder Gluten können bei einigen Menschen Unverträglichkeitsreaktionen auslösen. Insbesondere bei Ernährungs-assoziierten Erkrankungen können daher eine Ernährungsumstellung und spezielle Diäten zur Linderung der Beschwerden beitragen und abdominelle Schmerzen reduzieren. Die Beratung durch eine ausgebildete Ernährungsfachkraft sollte sich hierbei an der individuellen Toleranzschwelle für die beschwerdeauslösenden Nahrungsbestandteile orientieren. Ebenfalls wird ein möglicher Einfluss der Darmflora auf gastrointestinale Beschwerden und das Schmerzempfinden diskutiert; allerdings bedarf der therapeutische Einsatz von z. B. Probiotika bei der Behandlung von chronischen abdominellen Schmerzen noch weitergehender Untersuchungen.

Autoren: Y. Zopf, M. Schink, U. Lukasch, W. Dieterich
Weitere Informationen: Benachbarte Gebiete, Mediengruppe Oberfranken, Reizdarmsyndrom, Gluten, Schmerzsyndrom, Unterbauchschmerzen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, FODMAP
ISSN: 0009-4846
Institut: Medizinische Klinik 1, Hector-Center für Ernährung, Bewegung und Sport, Universitätsklinikum Erlangen