Zertifizierung von Darmkrebszentren - Bedeutung für die chirurgischen Kliniken | chirurgische praxis Band: 84

Zusammenfassung: Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zertifizierung zum Darmkrebszentrum nach den Regularien der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) in der onkologischen Versorgungsstruktur fest etabliert. Derzeit werden in 280 Zentren etwa 54% aller Operationen beim kolorektalen Karzinom durchgeführt. Nahezu alle Kliniken, die die Mengenvorgaben für die Zertifizierung erfüllen, haben das Zertifikat erworben. Zudem gibt es jetzt aktuelle Daten, die nicht nur eine Verbesserung der Strukturqualität, sondern auch der medizinischen Behandlungsqualität in zertifizierten Darmkrebszentren zeigen. Diese Entwicklung ist getrieben durch die anhaltende Qualitätsdiskussion, mit der besonderen Rolle der Volume-/Outcome-Beziehung und den daraus resultierenden Mindestmengen. Es ist daher zu erwarten, dass die Tendenz zur Zentrenbildung weiter anhalten bzw. sich noch beschleunigen wird. Damit besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich die Versorgung des kolorektalen Karzinoms in Deutschland auf die zertifizierten Zentren konzentrieren wird und ein Kerngebiet der Viszeralchirurgie bei nicht-zertifizierten Einrichtungen wegbricht. Auch wenn derzeit noch keine gesetzlichen Vorgaben existieren, besteht für nicht-zertifizierte Kliniken eindeutig die Notwendigkeit, zeitnah eine tragfähige Zukunftsstrategie – beispielsweise durch Kooperationsmodelle – zu entwickeln.

Autoren: S. R. Benz
Weitere Informationen: Viszeralchirurgie, Mediengruppe Oberfranken, Darmkrebszentrum, Deutsche Krebsgesellschaft, Kooperationsmodelle, Zertifizierung
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Klinikum Sindelfingen- Böblingen