Beckenfraktur im Alter - spezifische Konzepte | chirurgische praxis Band: 84

Zusammenfassung: Die Osteoporose-assoziierten Frakturen des Beckenringes werden in den kommenden Jahren aufgrund des demografischen Wandels unserer Gesellschaft einen zunehmend höheren Stellenwert in der unfallchirurgischen Versorgung einnehmen. Die Klassifikation der Fragilitätsfrakturen nach Rommens und Hofmann stellt hier eine übersichtliche Einteilung dar. Spezifische Behandlungsalgorithmen zu den jeweiligen Hauptkategorien (FFP I bis IV) erleichtern die Entscheidung über die jeweiligen Therapieoptionen. Diese reichen von konservativer Schmerztherapie mit Mobilisation unter Vollbelastung oder Teilbelastung (FFP I und II) über minimal-invasives Vorgehen mittels transiliosakraler Verschraubung (FFP II und III) bis hin zum dorsoventralen operativen Vorgehen mittels offener Reposition und interner Fixation des ventralen Beckenrings sowie zur spinopelvinen Fixation bzw. lumbopelvinen Abstützung des hinteren Beckenrings (FFP IV). Grundsätzlich muss aufgrund der begleitenden Nebenerkrankungen des Patienten oftmals vom vorgegebenen Behandlungsregime abgewichen werden. Eine frühzeitige und adäquate Diagnostik mittels CT bzw. MRT sollte zu einer schnellen Diagnosestellung und adäquater Therapie führen, um eine langwierige Immobilisation des Patienten und die daraus resultierenden Komplikationen zu vermeiden.

Autoren: A. Tylla, D. Tylla, R. Stangl
Weitere Informationen: Unfall-, Hand- und plastische Chirurgie, Orthopädie, Mediengruppe Oberfranken, Alterstraumatologie, Beckenfraktur, Fragilitätsfraktur, Osteoporose, inadäquates Trauma
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Unfall-, Schulter- und Wiederherstellungschirurgie, Sportmedizin und Sporttraumatologie, Krankenhaus Rummelsberg; Unfallchirurgische Klinik, Klinikum Neumarkt