Invagination im Kindesalter | chirurgische praxis Band: 84

Zusammenfassung: Aufgrund der potenziell schwerwiegenden Durchblutungsstörung des Darms stellt die Invagination im Kindesalter ein akutes Abdomen mit sofortiger Therapienotwendigkeit dar. Im typischen Alter zwischen 3. Lebensmonat und 3. Lebensjahr kommt es in 80–90 % der Fälle im Rahmen einer mesenterialen Lymphadenitis zu einer sog. idiopathischen Invagination. Diese Invaginationen lassen sich in bis zu 90% der Fälle mittels konservativer hydrostatischer oder pneumatischer Desinvagination behandeln. In allen anderen Fällen ist eine operative Desinvagination notwendig. In diesen Fällen liegt zumeist eine pathologische Leitstruktur vor (Meckel-Divertikel, Burkitt-Lymphom und andere). Die klinischen Beschwerden mit intermittierenden starken Bauchschmerzen, Blässe und Absetzen von himbeergeleeartigem, blutig-schleimigem Stuhl sind wegweisend und sollten stets eine Sonografie des Abdomens mit Frage nach einer Invagination veranlassen.

Autoren: T. M. Theilen, U. Rolle
Weitere Informationen: Kinder- und Neugeborenenchirurgie, Mediengruppe Oberfranken, Burkitt-Lymphom, Invagination, Meckel-Divertikel, Rotavirus-Impfung, pathologische Leitstruktur
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie, Universitätsklinikum Frankfurt