Postmortale Organspende - triste Gegenwart und düstere Zukunft? | chirurgische praxis Band: 85

Zusammenfassung : Die Anzahl der Organspender ist in Deutschland seit 2010 rückläufig und hat 2017 mit 797 Organspendern den tiefsten Stand seit 20 Jahren erreicht. Mit 9,7 Organspendern pro eine Million Einwohner ist Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern weit abgeschlagen. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) sieht die bundesweite Entwicklung schon lange mit Sorge und hat gemeinsam mit den Entnahmekrankenhäusern umfangreiche Analysen zu den möglichen Ursachen durchgeführt. Diese sind zwar vielschichtig, einen zentralen Schlüssel zur Verbesserung der Situation der Organspende sieht die DSO jedoch in der besseren Erkennung und konsequenten Meldung von möglichen Organspendern durch die Entnahmekrankenhäuser, um dem Patientenwillen zur Organspende gegebenenfalls entsprechen zu können. Der niedrige Stand der Organspenden hat – wie von der DSO gefordert – eine breite gesellschaftliche Debatte ausgelöst und zu gesetzgeberischen Aktivitäten einerseits, zur Entwicklung eines gemeinsamen Initiativplans unter Einbeziehung von medizinischen Fachgesellschaften, Vertragspartnern, Patientenverbänden und Politik andererseits geführt. Denn nur gemeinsam kann die Organspende in Deutschland zum Wohle der auf eine Transplantation hoffenden Patienten wieder auf Kurs gebracht werden.

Autoren: A. Rahmel
Weitere Informationen: Chirurgische Grundlagen, Mediengruppe Oberfranken, Organspende, Therapie am Lebensende, Transplantationsbeauftragte, Warteliste
ISSN: 0009-4846
Institut: Deutsche Stiftung Organtransplantation, Frankfurt/ Main