Milzmetastase eines schlecht differenzierten Adenokarzinoms des Magens | chirurgische praxis Band: 85

Zusammenfassung: Wir berichten über einen 60-jährigen männlichen Patienten, der aufgrund linksseitiger Ober- und Mittelbauchschmerzen vorstellig wurde. Die Umfangsdiagnostik ergab die Verdachtsdiagnose einer 2,1 x 2,3 cm messenden Milzmetastase eines 4 Jahre zuvor multimodal therapierten Adenokarzinoms des Magens. Wir führten eine Splenektomie durch. Die histologische Begutachtung des Präparats bestätigte die Verdachtsdiagnose. Nur in sehr seltenen Fällen metastasiert das Magenkarzinom in die Milz. Die Metastase tritt dann zumeist metachron auf. Die Metastasierung erfolgt über die Vena lienalis, die Arteria lienalis oder die lienalen Lymphbahnen. Milzmetastasen sind in der Regel asymptomatisch, sie können jedoch wie in unserer Falldarstellung beschrieben durch eine Thrombozytopenie, abdominelle Schmerzen und Splenomegalie klinisch apparent werden. Bei solitärer Milzmetastasierung eines Magenkarzinoms ist die Splenektomie das Verfahren der Wahl. Zu den Differenzialdiagnosen zählen im Wesentlichen die malignen Erkrankungen des lymphatischen Systems.

Autoren: C. Paasch, S. Griff, E. Grampp, R. Siegel, M. W. Strik
Weitere Informationen: Viszeralchirurgie, Mediengruppe Oberfranken, Magenkarzinom, Milzmetastase, Tumor
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Onkologische Chirurgie, Helios Klinikum Berlin-Buch; Institut für Gewebediagnostik, Medizinisches Versorgungszentrum, Helios Klinikum Emil von Behring, Berlin