Anwendung einer azellulären Matrix am Knie und Sprunggelenk | chirurgische praxis Band: 85

Zusammenfassung : Studienziel Die Verträglichkeit und Effektivität einer azellulären Kollagenmatrix bei chondralen Defekten am Kniegelenk und am oberen Sprunggelenk wurde retrospektiv untersucht und bewertet. Methode Insgesamt wurden 44 Patienten am Knie, oberen Sprunggelenk oder Hüftgelenk operiert. Bei allen Patienten lagen lokal begrenzte Knorpelschäden 4. Grades vor. Die Defektgröße betrug bis zu 6 cm². Im Rahmen der operativen Maßnahme wurden die Defekte debridiert und mit ChondroFiller® liquid aufgefüllt. Im Anschluss wurden die Patienten nach einer 48-stündigen Ruhigstellung für 6 Wochen teilbelastet. Nach 2 Jahren wurden 33 Patienten nachuntersucht. Hierbei erfolgte eine klinische Untersuchung sowie eine Score-Erhebung (IKDC bei den Knie-Patienten). Ergebnisse Etwa 3/4 der Patienten berichteten eine deutliche Besserung infolge der OP. Kein Patient beklagte eine Verschlechterung. 84 % würden die Operation erneut durchführen lassen. Der IKDC-Score der am Knie operierten Patienten lag bei durchschnittlich 75 Punkten. Nach 2 Jahren kam es zu keiner neuerlichen Verschlechterung. Schlussfolgerung Die untersuchte zellfreie Matrix (ChondroFiller® liquid) zeigte positive Effekte ohne unerwünschte Nebenwirkungen oder Komplikationen. Auch nach 2 Jahren zeigte sich bei den Patienten eine anhaltende Besserung. Weitere Beobachtungen und auch MRT-Untersuchungen der Gelenke sollten folgen.

Autoren: A. Breil-Wirth, L. V. von Engelhardt, P. Joseph, J. Jerosch
Weitere Informationen: Unfall-, Hand- und plastische Chirurgie, Orthopädie, Mediengruppe Oberfranken, Knorpelregeneration, Knorpelschaden, azelluläre Matrix
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin, Johanna-Ethienne-Krankenhaus, Neuss; Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin, Katholisches Karl-Leisner Klinikum, Kleve; Fakultät für Gesundheit, Private Universität Witten/ Herdecke