Lymphonodektomie bei gynäkologischen Malignomen | chirurgische praxis Band: 85

Zusammenfassung : Die Lymphonodektomie ist weiterhin integraler Bestandteil bei der operativen Therapie von gynäkologischen Malignomen, sie wird in qualifizierten Zentren mit geringerer Morbidität und Komplikationen durchgeführt als außerhalb dieser Kliniken. Die pelvine und paraaortale Lymphonodektomie ist beim »high-risk«-Endometriumkarzinom (?pT1b, alle G3, serös/papilläre Histologie) das aktuelle Standardverfahren, die Sentinellymphonodektomie sollte bislang noch in Studien erfolgen. Die Staging-Lymphonodektomie ist beim Zervixkarzinom ab Stadium IA (mit Risikofaktor) – IIA der Standard, die Sentinellymphonodektomie hat sich beim frühen Zervixkarzinom (<2 cm Tumorgröße) bereits etabliert. Die pelvine und paraaortale Lymphonodektomie war bis jetzt beim makroskopisch tumorfrei fortgeschrittenen operierten Ovarialkarzinom FIGO IIB–IV das Verfahren der Wahl. Die Ergebnisse aus der LION-Studie sprechen aber gegen den Einsatz der systematischen Lymphonodektomie bei diesem Kollektiv. Die neue Leitlinie zum Vulvakarzinom wurde kürzlich veröffentlicht, das Sentinel-Verfahren ist bei unifokalen Karzinomen bis zu einer Tumorgröße von 4 cm möglich.

Autoren: A. Abramian, M.-D. Keyver-Paik, W. Kuhn
Weitere Informationen: Benachbarte Gebiete, Mediengruppe Oberfranken, Endometriumkarzinom, Lymphonodektomie, Ovarialkarzinom, Sentinellymphonodektomie, Vulvakarzinom, Zervixkarzinom
ISSN: 0009-4846
Institut: Zentrum für Geburtshilfe und Frauenheilkunde, Center for Integrated Oncology (CIO), Universitätsfrauenklinik Bonn